Was Du über Piercings wissen könntest

Was Du über Piercings wissen könntest

von Super Frollein

bunte, glänzende Piercings und Piercingschmuck
Piercingkugeln mit Swarovski Kristallen

Ausgesprochen wird das Wort „Piercing“ mit langem „I“. Oft wird es fälschlicherweise „Pörssing“, „Pyrßing“ oder “Pörsing“ ausgesprochen und gern auch mit falschem Artikel. Richtig ist: das Piercing, nicht „den“ oder „der“ Piercing.  Die Bezeichnung an sich kommt vom englischen „to pierce“. Wobei tatsächlich nicht ganz geklärt ist ob mit dem Begriff „Piercing“  der Schmuck oder das Loch/der Stichkanal gemeint ist. Das führt leider oft zu Verwirrung und Missverständnissen zwischen Piercerin und Kunden. Die Aussage “Ich möchte ein neues Piercing“ sagt also nicht direkt aus, ob ein neues Durchstechen der Haut oder lediglich neuer Piercingschmuck für einen bereits bestehenden, abgeheilten Stichkanal gewünscht ist.

Allgemeines zu einem frischen Piercing:

Bei einem frischen Piercing, hast Du zunächst ein mal eine Wunde und nicht automatisch eine dicke Entzündung, das wird leider immer wieder durcheinander gebracht. Die Wunde muss sauber gehalten und gepflegt werden, bis die Haut wieder geschlossen und schließlich auch widerstandsfähig ist. Wird die Wunde in der Zeit, in der sie noch nicht durch neues Gewebe verschlossen ist, durch Bakterien infiziert, kann eine Entzündung entstehen. Dies erkennst Du daran, dass das Gewebe sehr geschwollen und rot sein kann, sich heiß anfühlt, schmerzt und eventuell Sekret austritt. In jedem Fall solltest Du jetzt sobald als möglich Deine Piercerin in ihrem Studio aufsuchen, damit sie draufschauen und Dir sagen kann, wie Du das Piercing jetzt richtig behandelst. In der Regel kann Dir dann auch schon direkt geholfen und die Symptome gelindert werden.

Hier eine sehr vereinfachte Darstellung des Wundheilungsprozesses:

  1. Blutstillungsphase
  2. der Körper reinigt die Wunde
  3. nach ca. 4 Tagen werden neues Gewebe und Gefäße gebildet
  4. 5.-10. Tag die Wunde wird verschlossen u.a. durch die sich neu bildende Haut

(Quelle: PflegeWiki)

Nach ungefähr zwei Wochen hat die Wunde die erste, ganz grobe Abheilungsphase durchlaufen.

Bis eine „normale“ Verletzung, ohne Piercingschmuck, wieder ganz belastbar ist, kann es bis zu drei Monaten oder länger dauern.

Piercing Pflege:

Ich empfehle Dir grundsätzlich, Dich genau an die Pflegeanleitung zu halten und ausschließlich das Pflegemittel zu benutzen, das Du von Deiner Piercerin erhalten hast! Jeder Piercer hat jahrelang Erfahrungen gesammelt und sich dadurch einen eigenen Piercing-Pflegeplan erarbeitet. Ich würde Dir davon abraten, auf eigene Faust herum zu probieren. Mancher denkt, dass das Benutzen von mehreren, verschiedenen, Pflegemittel einen höheren Heilungserfolg zur Folge hätte. Meiner Erfahrung nach bringt das immer eher mehr Probleme. Die verschiedenen Wirkungsweisen können einander behindern, ausschließen oder zu schädlichen Wechselwirkungen führen und so den Heilungsprozess verzögern, verhindern, oder im schlimmsten Fall eine Entzündung der Wunde sogar begünstigen.

Ich rate dringend davon ab, Cremes, Salben oder Öle auf Piercings aufzutragen. Dies ist DER Unterschied zwischen der Pflege von Piercings und Tattoos! Bei Tätowierungen ist ausschließlich eine sogenannte „feuchte Wundheilung“ mit Hilfe von Cremes und Salben gewünscht und angestrebt. Auch hier gilt: nimm das von Deinem Tätowierer empfohlene Produkt. Bei Piercings sind Sprays oder Tropfen Mittel der Wahl. Aber nur das von der Piercerin empfohlene! Also bitte keine Desinfektionssprays zur Oberflächenreinigung im Haushalt oder Handdesinfektionsmittel nehmen! Allenfalls können noch spezielle Gels Anwendung finden.

Zu viel Pflege ist, neben oben aufgeführten Möglichkeiten, häufig eine Ursache für eine Heilungsverzögerung. Hier gilt: Viel hilft nicht gleich viel! Ein anderer Fehler ist, gar nicht zu pflegen. Also rate ich zum gesunden Mittelmaas und immer schön genau an die Pflegeanleitung halten 😉 In dieser sollte genau drin stehen, wie oft, auf welche Weise und womit gepflegt werden darf. Wenn Du noch Fragen zur Pflege hast, solltest Du jederzeit in Deinem Studio nachfragen können. Wenn Du an Deinem Piercing etwas entdeckst, was Dir nicht „normal“ vorkommt, solltest Du immer persönlich in das Studio gehen, in dem Du gepierct wurdest. Es ist wichtig, dass Deine Piercerin das Piercing real sieht und eventuell auch (natürlich mit desinfizierten Händen und Handschuhen) abtasten kann. Sollte tatsächlich etwas nicht ganz in Ordnung sein, kann sie sofort entsprechende Maßnahmen ergreifen oder Dir Empfehlungen geben, damit es schnell und gut weiter heilt.

Meine Pflegeanleitung kannst Du auf meiner Website herunter laden.

Piercingschmuck:

In ein frisch gestochenes Piercing sollte ausschließlich steriler Piercingschmuck aus Titan oder Teflon eingesetzt werden. Unsteriler Schmuck darf nicht in frische Piercings eingesetzt werden. Genau so wenig wie nickelhaltiger Schmuck, dazu zählt auch Chirurgenstahl oder andere Kunststoffe als Teflon, die möglicherweise schädliche Stoffe abgeben könnten.

Woran erkennst Du dass der Schmuck steril ist? Daran, dass er kurz vor dem Piercen aus einer verschweißten, intakten Sterilgutverpackung genommen wird.

Material:

Piercingschmuck kann aus verschiedenen Materialien gefertigt werden. Zum Beispiel: Titan, Teflon/ PTFE, Bioplast/PMFK, Acryl, Chirurgenstahl/Stahl. Seltener aus Gold und Silber, da der Nickelanteil hier nicht einschätzbar ist und es so zu allergischen Reaktionen kommen kann. Reines Gold eignet sich auch deshalb nicht, weil es einfach zu weich ist. Für gedehnte Ohrlöcher werden auch Holz, Stein, Glas, Horn oder Perlmutt verwendet.

Was unterscheidet Piercingschmuck von anderem Schmuck?      

Die Verarbeitung. Schmuck für Piercings ist extra fein verarbeitet und poliert, so dass sich keine Bakterien und Keime anlagern und zur Entzündung führen können. Außerdem kann der Schmuck dadurch lange getragen werden, ohne dass es zu Komplikationen führt. Dafür ist Piercingschmuck gemacht. Reinigen sollte man sein Piercing aber natürlich auch regelmäßig.

Das Septum Piercing – oder – der Bullenring

Das Septum Piercing – oder der Bullenring

Septum Piercing
Septum Piercing

Häufig wird dieses Piercing spöttisch mit dem Ring, den Bullen in der Nase tragen, verglichen, dabei ist es uralt und inzwischen gesellschaftsfähig geworden!

Geschichtlich und kulturell

Bei zahlreichen Kulturen, in vielen Teilen der Welt, ist das Septum Piercing bei Männern, Frauen und Kindern seit Jahrtausenden verbreitet und steht gleich auf Platz zwei nach dem Nasenflügel (Nostril) Piercing. Dieses Piercing ist sogar weiter verbreitet als das bei uns populäre, durchstochene Ohrläppchen (Lobes). Wer hätte das gedacht?

In unserer westlichen Kultur wird das Septum Piercing seit den 1990er Jahren immer beliebter. Nicht zuletzt, weil Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Lady Gaga, Lenny Kravitz und dessen Tochter, Models und Schauspieler, die Bekanntheit und gesellschaftliche Akzeptanz dieses Piercings erhöhen.

Auffallend sind in den letzten Monaten die gehäuften Artikel über das Septum Piercing in bekannten Modezeitschriften. Models werden mit ihrem Nasenschmuck fotografiert, abgedruckt und laufen auf dem Laufsteg, ohne ihr Piercing verstecken zu müssen. Es wird also absolut gesellschaftsfähig.

Wie ist es mit dem Schmerz?

Über die Schmerzen, die beim Stechen eines Septum Piercings auftreten, gibt es natürlich ähnliche „Spukgeschichten“ wie bei anderen Piercings auch. Vergesst bitte nicht, dass generell die individuelle Schmerzempfindlichkeit eine Rolle spielt, ebenso aber auch die korrekte Platzierung. Angenehm ist natürlich auch, wenn der Piercer behutsam mit der Septum-Klemme umgehen kann und nicht noch extra zukneift. Unter diesen Voraussetzungen ist dieses Piercing nicht außerordentlich schmerzhaft. Der Piks und Schmerz vom Stechen ist, wie bei anderen Piercings auch, schnell vergessen und man ist stolz und freut sich über sein neues Piercing. Die Nasenspitze kann einige Zeit noch berührungsempfindlich sein, das ist normal und geht auch wieder weg.

Wo wird es platziert?

Das Septum Piercing wird am unteren Ende des knorpeligen Teils der Nasenscheidewand durch das weiche Gewebe gestochen.

Pflege

Verkrustungen lassen sich gut mit Kochsalzlösung bzw. konservierunsmittelfreiem Meersalznasenspray an lösen und entfernen. Es wirkt ganz leicht heilungsfördernd. Natürlich gibt es auch hier hervorragende, extra für Piercings konzipierte Pflegemittel.

Septum verstecken

Das Septum Piercing lässt sich gut verstecken, was aus beruflichen Gründen oder wenn man mal keine Lust auf das Piercing hat, sehr nützlich sein kann. Das klappt aber nur mit entsprechendem Schmuck, zum Beispiel einem Circular Barbell (grob übersetzt „Rundhantel“, wegen seiner ähnlichen Form im deutschsprachigen Raum auch Hufeisen genannt). Die Kugeln an den Enden sind aufgeschraubt und können verschiedene Größen haben oder durch andere Varianten, wie zum Beispiel Kugeln mit Glitzersteinen oder Spitzen, ausgetauscht werden.

Septum Piercing,
Septum Piercing

Oft ist es angebracht, den Ring etwas aufzubiegen, damit er sich über den Nasensteg hinaus in die Nase drehen lässt. Trägt man eine Banane, lässt sich diese auch nach innen drehen. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte „Septum Keeper“, meist sind sie aus Teflon, Titan oder Stahl gefertigt und haben eine offene U-Form. Alternativ gibt es Stäbe, die an einem Ende eine Verdickung haben und wo auf das andere ein Gummiring geschoben wird, um ein Herausrutschen zu verhindern.

Septum Piercing Schmuck
Schmuck für das Septum Piercing

 obere Reihe in schwarz, silber und gold, Schmuck mit Scharnier zum „reinklicken“
unten links: Septum Keeper aus Titan in Stab-Form
unten Mitte: Septum Keeper aus Titan in U-Form
unten rechts: Septum Keeper aus Teflon

Schmuck und Materialien

Septumschmuck wird aus folgenden Materialien hergestellt: Titan, Stahl, Teflon, andere Kunststoffe wie Acryl und PMMA, sowie Horn und andere organische Materialien wie Holz, Knochen oder Stein.

Als Schmuckformen eignen sich: Klemmkugelringe (Ball Closure Ring), Circular Barbells (Rundhanteln), Segmentringe (statt Kugel ist ein Ringsegment nahezu nahtlos „eingeklemmt“), Bananen (gebogener Stab) oder Sicheln. Inzwischen gibt es eine immer größer werdende Auswahl schön verzierter Ringe, leider oft nur aus Stahl, die auf einer Seite ein Scharnier besitzen und sich auf der anderen einfach „einklicken“ lassen.

Wenn es riecht

Auch ein Septum Piercing kann phasenweise einen unangenehmen Geruch entwickeln. Ich habe das durch regelmäßiges Reinigen beseitigen können: Schmuck herausnehmen, desinfizieren (alkoholische Desinfektionsmittel haben sich bewährt. Achtung, Kunststoffe vertragen alkoholische Reinigungsmittel nicht!), Schmuck wieder einsetzten. Ich habe das täglich morgens und abends gemacht, bis der Geruch nicht mehr auftrat. Achtung, das Herausnehmen des Schmucks kann schwierig und schmerzhaft sein, wenn sich Nasensekret am Schmuck festgesetzt hat und Ihr den mit durch den Stichkanal zieht. Also erst schauen oder fühlen, ob dies der Fall ist! Löst die Verkrustungen mit Piercingpflegemittel an, um sie zu entfernen, bevor Ihr den Ring oder Stab herausnehmt.

Septum Piercing stehen lassen trotz Heuschnupfen?

Ja, das geht! Ich habe selbst Heuschnupfen und noch einige andere Allergien. Um sich dieses Piercing stechen zu lassen sollte man sich als Allergiker eine Zeit im Jahr auswählen in der die Allergie ruht. Naseputzen muss man trotzdem mal, auch Nichtallergiker. Ist am Anfang etwas unangenehm, aber wenn es abgeheilt ist, unproblematisch.

Und wie verträgt sich das Piercing mit Minus-Temperaturen im Winter?

Die Nase kann nicht ganz abfrieren dennoch wird geraten, der Kälte direkt ausgesetzte Piercings, bei Temperaturen unter Null Grad, heraus zu nehmen. Ich halte die Piercings im Schal oder unter der Mütze warm. Den Septumschmuck wechsle ich im Winter gern von Titan auf Kunststoff, am liebsten Teflon oder auch Acryl.

Bis zum nächsten Blog, Eure Miriam

Frollein M.s Piercing Blog

Ohrlöcher müssen nicht stinken!

Gedehnt oder nicht gedehnt, das ist hier nicht die Frage.

Hallo liebe Piercing-Freunde und Interessierte 😉 Hier mein erster Blogbeitrag! Viel Spaß beim Lesen!

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Egal ob „normales“ oder gedehntes Ohrloch, auch Lobe genannt, es lagern sich im Stichkanal Hauttalg- und Zellen sowie Schweiß und eventuell noch anderer Schmutz an. Körper und Haut sind bei jedem Menschen verschieden und so kommt es, dass sich diese Ablagerungen bei dem Einen schneller bilden als bei dem Anderen, abhängig auch vom Material.

Also gibt es hier, wie auch bei den Piercings, individuelle Unterschiede. Selbst in ganz kleinen Stichkanälen von Ohrringen bilden sich diese Ablagerungen, dann meist in Form des Stichkanals, also länglich und vor allem dann, wenn die Ohrringe ununterbrochen getragen werden, das heißt, sie werden nie herausgenommen. Bei gedehnten Ohrlöchern haben wir durch das Dehnen eine größere Hautoberfläche und sozusagen mehr Platz für die Ablagerungen, da die Fläche entsprechend größer ist. Deshalb nehmen wir die Ablagerungen dort dann auch besonders und eher wahr, als bei einem kleinen Ohrringloch. An den Ohrringverschlüssen sammeln sich zuweilen ebenfalls diese körpereigenen Rückstände und zusätzlich ggf. Shampoo, Makeup, Hautcreme, Haartönung oder Haarfärbemittel, womöglich Staub oder Schmutz.

Wenn die Lobes, ob gedehnt oder nicht, und der Schmuck nicht regelmäßig gereinigt werden, entschuldigt meine jetzt deutlichen Worte, kann sich ein starker Gestank entwickeln. Besonders geruchsintensiv wird es, wenn der Schmuck, Tunnel (hat ein Loch in der Mitte) oder Plug (sozusagen eine Art Stöpsel, hat kein Loch in der Mitte) bewegt und schließlich herausgenommen wird. Als Piercein begegnen mir leider immer wieder ungepflegte Ohrläppchen und leider erlangt der Gestank zuweilen eine überraschende Reichweite. Auch bei einem Meter Abstand, oder sogar etwas mehr zu Schmuck oder Haut, ist er noch sehr intensiv wahrnehmbar. Das ist für den Kunden sehr peinlich, für die Piercerin unangenehm und vor allem auch für den Besitzer des Ohres nicht gesundheitsfördernd.

Denn, wenn man lange genug die Hygiene vernachlässigt, kann es zur Entzündung der entsprechenden Hautpartie kommen! Erstaunlicherweise treten solche unschönen Vorfällen immer wieder auf, denn es finden sich im Internet alarmierende Fotos dieser entzündeten Hautareale.

Materialien

Plugs und Tunnel werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass bei organischen Stoffen wie zum Beispiel Holz, Horn oder Knochen weniger Ablagerungen auftreten und es so auch zu geringerer Geruchsbildung kommt. Holz und Horn sind Naturprodukte und lassen die Haut besser atmen. Mit sehr dünnwandigen Silikontunneln habe ich ebenfalls sehr gute Erfahrungen machen können. Bei anderen Kunstoffen sowie Titan und Stahl ist die Geruchsbildung leider am größten.

Allergikern würde ich grundsätzlich Schmuck aus z.B. Titan, Holz, Horn, Knochen, Stein oder Glas empfehlen. Kunststoffe sind im Prinzip auch sicher, wenn sie nicht zu billig produziert werden.

Was die Pflege von frisch gedehnten Lobes angeht, bitte grundsätzlich an die Empfehlungen Eurer Piercerin halten die gedehnt hat.

Ich persönlich habe gute Erfahrungen damit gemacht, in der ersten Zeit die gleiche Pflege wie bei einem frischen Piercing anzuwenden. Entsprechende Pflegemittel bekommt Ihr bei mir im Studio ebenso wie spezielles „Schmier- Gleitmittel“ extra zum Dehnen.
Pflege von gedehnten Lobes (nicht frisch gedehnt):

Generell sollte es reichen, den Schmuck vor oder während des Duschens, Badens, Haarwaschens oder der Morgen/Abendhygiene herauszunehmen und das Ohrläppchen mit warmen Wasser und eventuell etwas Seife (auch gern PH neutrale Waschlotion) zu säubern und anschließend abzutrocknen. Dann setzt den Schmuck wieder ein.

Aber vergesst nicht, auch den Ohrschmuck zu reinigen! Achtet dabei aber bitte darauf, welches Material Ihr vorliegen habt und welche Art der Reinigung dieses verträgt! Manche Piercingschmuckvertriebe liefern uns zum Teil entsprechende Infomationen mit, die ich dann gern an Euch weitergebe.

Kunststoffe mit alkoholhaltigen Mitteln in Berührung zu bringen, ist keine gute Idee! Die Oberfläche kann angelöst und deshalb stumpf werden, Glitzersteine können dadurch herausfallen, weil der Kleber mit dem sie festgeklebt sind, aufgelöst wird. Im schlimmsten Fall löst sich der Schmuck großzügiger auf. Also Kunststoff Tunnel, Plugs, Spiralen und Dehnstäbe lieber mit Wasser und etwas Seife reinigen. Aber bitte nicht zu heiß, denn auch das kann das Material negativ beeinflussen.

Das gleiche gilt für Holz und Horn, wobei ich hier empfehlen würde, sie nur sehr kurz zu waschen. Holz könnte bei zu viel Einwirkung von Wasser vollsaugen und aufquellen. Eventuell Verzichtet auf die Verwendung von Seife sogar lieber ganz.

Stahl und Titan Schmuckstücke sollten sich ohne Probleme unter warmen Wasser mit Seife reinigen und sogar mit alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln behandeln lassen. Aber aufgepasst, auch hier können Glitzersteine nur geklebt sein und nicht gefasst, wobei sich bei der Behandlung mit Alkohol der Kleber lösen kann und so der Verlust der Steine zu befürchten ist.

Schmuck aus Stein sollte ähnlich widerstandsfähig wie Stahl und Titan sein, aber beachtet bitte ob die Oberfläche poliert oder porös ist. Im Zweifel beschränkt Euch lieber auf Wasser mit etwas Seife oder nur Wasser, bevor der geliebte und vielleicht auch noch seltene Schatz fürs Lobe leidet.

Fakt ist: regelmäßiges Reinigen und Pflegen, ist Pflicht!

Dann stinkt’s auch nicht bis zum Himmel 😉